Kirche Eibenstock

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Das geistliche Wort:

 

Simon Petrus
Einige junge Leute haben Jesus in seinem Dienst als Prediger und Heiler und Seelsorger begleitet. Sie wissen vermutlich, dass es 12 junge Männer waren, damals im Jüngerkreis. Ist Ihnen diese Gruppe vertraut? Kennen Sie sie zumindest dem Namen nach? Wir wollen Ihnen die Jünger vorstellen. Und beginnen will ich mit dem, der wohl der bekannteste ist: Petrus.
Allerdings – ob Jesus ihn wirklich „Petrus“ genannt hat? Denn Petrus ist griechisch und bedeutet „Stein“. Da Jesus aber aramäisch gesprochen hat, wird er wohl das aramäische „Kephas“ verwendet, oder ihn doch meist bei seinem Geburtsnamen gerufen haben: Simon (Gott hat gehört).
Simon ist der Sohn eines Mannes namens Jonas oder Johannes. Sein Bruder Andreas gehört ebenfalls zum Jüngerkreis. Die Familie stammt aus Galiläa und Simon kann seine Herkunft auch sprachlich kaum verleugnen – der galiläische Akzent ist unverkennbar. Von Beruf ist er Fischer und übt sein Handwerk am See Genezareth aus. Er ist verheiratet, doch über seine Frau schweigt die Bibel – lediglich die Schwiegermutter findet Erwähnung, denn sie braucht Heilung, die ihr durch Jesus widerfährt. Als Paulus um das Jahr 39 die Apostel in Jerusalem trifft, da erwähnt er in seinem Bericht, dass auch die Ehefrauen anwesend waren. (1. Kor. 9,5) Spätere Legenden kennen gar eine Tochter mit Namen Petronilla.
Ein außergewöhnlicher Fischzug bringt Simon auf die Spur Jesu. Zunächst aber ist er erschrocken. Als er die Menge an Fischen in seinem Netz sieht – und ihm klar wird, dass dieser Fang etwas mit Jesus – und mit dessen Nähe zu Gott zu tun hat – da will er Abstand - „Herr, gehe von mir fort! Ich bin ein sündiger Mensch.“ Doch Jesus geht nicht fort. In der Nachfolge Jesu wird aus dem Fische-Fischer ein Menschenfischer. Der Beruf also bleibt dem Simon – nur das Berufsbild ändert sich radikal.
Im Wesen des Simon Petrus mag etwas Widerstreitendes gelegen haben. Das machen die einzelnen Geschichten in ihrer Unterschiedlichkeit deutlich. Jesus gibt ihm den Namen Petrus als Ehrenname – und will auf seinem Bekenntnis die Kirche bauen. Aber er nennt ihn auch Satan. Petrus will Jesus bei der Gefangennahme mit dem Schwert verteidigen – und verleugnet ihn noch am gleichen Tage. Der auferstandene Jesus demütigt ihn, trifft ihn bis tief ins Herz, und beauftragt ihn zugleich mit dem Hirtenamt für die junge Kirche.
Seine Pfingst- und andere Predigten sind beeindruckend und mutig. Auch ins Gefängnis bringt ihn sein Glaubensmut.
Zugleich aber muss er sich auch später immer wieder Vorhaltungen machen lassen – von Paulus z.B., der ihm vorwirft, ein Wendehals zu sein (in der Frage des Umgangs mit Heidenchristen). Von Gott z.B., der ihm im Traum klar macht, dass Gottes Wort mehr zu achten ist als althergebrachte theologische Einsichten. Dennoch bleibt Simon Petrus die unumstrittene Leitfigur im Apostelkreis.
Spätere Kirchväter benennen ihn als Bischof von Antiochia. Auch nach Rom soll er gelangt sein und ist dort möglicherweise um das Jahr 64/65 den Märtyrertod gestorben.
Simon Petrus ist ganz sicher ein beeindruckender Glaubensmensch. Noch beeindruckender aber ist, was Gott aus solch einer schwierigen Persönlichkeit machen kann. Das macht mir Mut. Dir auch??

Ihr Pfarrer Jens Giese zusammen
mit den Kirchenvorstehern und Kirchgemeindemitarbeitern

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